Neun Schritte im Leben müssen nicht viel sein. Doch sie können alles bedeuten. Es kommt darauf an, wie schwer Schritte sein können.
Neun Schritte auf dem Weg zu lieben Freunden sind mit Leichtigkeit zu schaffen - Auf dem Weg zu einem Kranken sind sie schon bedeutend schwerer.
Unser Leben betrachtend und ins Verhältnis gesetzt hat jeder Schritt für jeden Menschen eine andere Schwere.
Die nachfolgende Schrittfolge beschreibt einen Werdegang, eine Entwicklung in der es auf und ab geht. Sie begann irgendwann unbemerkt mit einem ersten Schritt und niemand weiß letztendlich ob es bei den neun Schritten bleiben wird oder der Weg noch viel länger sein wird...
Fremd unter Freunden
Ihr habt nicht bemerkt
Das ich mich versteckte
Hinter vielen Worten
Und in der Menge
Fremder Menschen
Ihr habt nicht gefühlt
Wie fern ich euch
In Wahrheit war
Ihr habt nicht versucht
Die Mauer einzureißen
Die ich erbaute
Um mich herum
Ihr habt mich gesehen
Und übersehen
Wer ich
In Wirklichkeit bin.
Schwarzes Loch
Es ist wieder da
Das schwarze Loch
Unsichtbar und lautlos
Schlägt die Tür zu
in meinem Kopf
Und ich stehe im Dunkeln
Kann nichts sehen
Nichts fühlen
Nur unendliche Leere
Und Traurigkeit
Ohne Namen
Meine Gedanken wandern
Zum Fenster hinaus
In die schwarze Nacht
Sehe mich stehen
Auf dem Fenstersims
Im vierzehnten Stock
Schaue hinab in die Tiefe
Spüre ein Lächeln
Auf meinem Gesicht
Und eiskalt den Wind
Während ich
Mich fallen lasse
Ich erwache
Aus meiner Starre
Noch bevor ich
Den Boden berühre
Sehe schemenhaft Gestalten
Die murmelnd ins Licht treten
Die Tür in meinem Kopf
Öffnet sich
Und ich weiß nicht
Wo die letzten Stunden
Geblieben sind
Das schwarze Loch ist fort
Doch nur
Für einen Augenblick
In meinem Leben
Die Wahrheit
Nun ist sie raus
Du kennst meine Wahrheit
Ich hatte gehofft
Die Qual hätte jetzt ein Ende
Doch dem ist nicht so
Sie hat nur gewechselt
Auf eine andere Ebene
Du bist gegangen
Enttäuscht
Und wütend
Hasst mich
Ein bisschen
Auch wenn Du
Irgendwo in Dir
Versuchst
Zu verstehen
Ich hoffe weiter
auf die Zeit
Kann Dir nicht helfen
Dich besser zu fühlen
Nur warten
Um bei Dir zu sein
Falls Du mich
Brauchen solltest
Du wünschst Dir
Dein altes Leben zurück
Doch dieses Leben
Ist vorbei
Für immer verloren
Und wir müssen lernen
Ein neues zu finden
Meine Wahrheit
Macht mich frei
Und nimmt
Mich gefangen
Greift grausam
Nach meinem Herzen
Und doch
Ist sie gut für mich
Irgendwann
Wieder sehen
Ich konnte mich
Nicht mehr sehen
Doch das
Ist nun vorbei
Ich hab mich
Gefunden
Erkannt
Und kann
Mir
Wieder vertrauen
Ihr habt mich
Gesehen
Doch nicht
Erkannt
Das wird
Auch so bleiben
Bis die rechte Zeit
Gekommen ist
Es ist
In Ordnung
Für mich
Und besser
Für euch
Zero Day
Der erste Schritt
Führt über
Unsre Tränen
Ist nur
Mit Schmerz
Gepflastert
Ich wünschte
Mir so sehr
Ich könnte uns
Diese Erfahrung
Ersparen
Doch ich
Kann es nicht
Bin überrollt worden
Vom Gefühl
Und Steinen
Auf der Seele
Konnte
Nicht mehr atmen
Und du
Wusstest es
Standest
Hilflos daneben
Und hattest
Keine Wahl
Keine Chance
Auf eine Zukunft
Und zurück
Blieben wir
Auf einem
Trümmerfeld
Es tut mir leid
Um jede deiner Tränen
Und um den Schmerz
Den ich
Dir brachte
Der lange Weg zum Ende
Wir reden viel
Und sprechen nicht aus
Was längst wir schon wissen
Wir passen auf
Einander nicht
Noch mehr zu verletzen
Wir wissen genau
Der Weg führt zum Ende
Schon bald
Wir quälen uns
Weil wir nicht drum streiten
Was nicht zu ändern ist
Wir müssten uns zanken
Um uns zu befreien
Doch stehen die Jahre zwischen uns
Wir sind verbunden
Für alle Zeiten
Und das macht ihn so schwer
Den langen Weg zum Ende
Ende und Anfang
Dein Leid
Entsprang dem
Was ich tat
Und nicht tat
Was ich
Nicht sagen konnte
Deine Angst
War auch meine
Nur anders
Eingeklemmt
Zwischen Buchdeckeln
Mit bedrohlichem Motiv
Und verpackt
In grausame Worte
Die die Wahrheit
Hinaus riefen
Unsere Tränen
Flossen
Den Weg entlang
Zeigten uns
Die Richtung
Zu dem Punkt
An dem wir
Heute stehen
Und in die Zukunft
Sehen können
Wenn wir auch
Das endgültige Ziel
Nicht kennen
Eine Sekunde Mut
Eine Sekunde Mut
Zur Feigheit
Verspricht mir
Das Ende aller Qualen
Die meine Seele
Durchleidet
Eine Sekunde nur
Als Tür
Zu meiner Erlösung
Es ist passiert
Hab meine Straße
Verlassen
Und irre
Blind umher
Zwischen den Trümmern
Meines Lebens
Hab mein Glück
Zerstört
Und die Brücke
Für den Weg
Zurück
Vernichtet
Hab nicht gewusst
Dass ich
Noch nicht
Stark genug bin
Das Vergangene
Hinter mir
Zu lassen
Jetzt stehe ich
Hier einsam
Auf den Gleisen
Im Dunkel
Der Nacht
Erwarte
Den nächsten Zug
Der mich
Befreien soll
Von diesem Leben
Für das mir
Die Kraft
Fehlt
Was ich
Noch brauche
Ist eine Sekunde
Mut für die Feigheit
Mein Leben
Zu verlassen
Wege ins Licht
Wir haben uns
Arrangiert
Scheinbar heil ist
Unsere Welt
Wir können
Wieder Lächeln
Ab und zu
Klammern uns
An die Hoffnung
Stark genug zu sein
Das Leben zu meistern
Zusammen
Wie bisher
Es ist genug
Für den Augenblick
